Medienmitteilung vom 6. November 2017

Im Jahr 2009 stimmte der Souverän dem Gesamtkredit für die Sanierung der mechanischen Reinigungsstufe, dem Neubau des Nahwärmeverbundes sowie der Regionalen Kadaver-Annahmestelle REKAS im Betrag von CHF 5'425'000.00, exkl. MwSt., zuzüglich Bauteuerung zulasten der Spezialfinanzierung Siedlungsentwässerung zu. Die Bauteuerung beträgt CHF 151'140.50. Infolge eines viel zu tief angesetzten Kostenvoranschlages, basierend auf einer unzureichenden Planungsbasis, und ohne entsprechende Reserven für Unvorhergesehenes sowie unbefriedigender Unterlagen im Rahmen der Submissionen zeigte sich nach ca. zwei Dritteln der Ausführung, dass die bewilligten Kosten nicht eingehalten werden konnten. Ebenfalls wurde der Tatsache, dass die Anlage dauernd in Betrieb bleiben musste und daher umfangreiche (winterfeste) Provisorien nötig waren, zu wenig Augenmerk geschenkt. Zusätzliche Aufwendungen im Rahmen eines Rechtsstreites mit der Bauunternehmung infolge ungerechtfertigter Forderungen und unvorhersehbare Aufwendungen für die Entsorgung alter Fundamente und Spundwände aus den 60er- und 90er-Jahren führten zu einer weiteren Kostenüberschreitung. Die Mehrkosten betragen gesamthaft CHF 2'320'151.80 oder 41.6 %, was auch bei einer solch umfassenden und komplexen Sanierung sehr hoch ist. Nach Abzug der gebundenen Mehrkosten im Betrag von CHF 474'415.60, exkl. MwSt., reduziert sich der Betrag auf CHF 1'845'736.20 oder 33.1 %. Der Anteil der Gemeinde Fehraltorf am Nachtragskredit beträgt mit 73.7 % CHF 1'360'307.60. Es ist jedoch festzuhalten, dass im Rahmen der Sanierung nur notwendige Arbeiten getätigt wurden. Die mechanische Reinigungsstufe erfüllt die an sie gestellte Anforderung zweckmässig. Die REKAS erfüllt die gesetzlichen und hygienischen Anforderungen, welche das Veterinäramt an einen solchen Betrieb stellt. Der Nahwärmeverbund liefert zuverlässig Energie an die angeschlossenen Geschäftsliegenschaften. Aufgrund der getroffenen energetischen Massnahmen und der Inbetriebnahme eines neuen Blockheizkraftwerks mit hohem Wirkungsgrad können jährlich mehrere zehntausend Franken Energiekosten eingespart werden. Gestützt auf die Bestimmungen der Zweckverbandsstatuten genehmigt der Gemeinderat die Bauabrechnung. Für das kommende ARA-Projekt, welches der Urnenabstimmung vom 26. November 2017 vorgelegt wird, haben sowohl der Zweckverband wie auch der Gemeinderat verschiedene Lehren aus dieser Kostenüberschreitung gezogen. Der Kostenvoranschlag wurde äusserst gründlich erarbeitet, und es steht der Baukommission auch ein professionelles Bauberatungsbüro zur Seite. Weiter wurde eine genügend grosse Position "Reserve" eingerechnet. Der Gemeinderat ist davon überzeugt, dass beim nächsten Projekt die Kosten eingehalten werden. Weiter hat der Zweckverband ARA Fehraltorf-Russikon die Zweckverbandsstatuten an die Bestimmungen des neuen Gemeindegesetzes angepasst. Diese Statuten werden der nächsten Gemeindeversammlung zur Genehmigung unterbreitet.
 
Kein Nahwärmeverbund Heiget
 
Im Jahr 2014 hat der Gemeinderat die Machbarkeitsstudie "Masterplan Fehraltorf, Wärmeverbund" des Ingenieurbüros Amstein + Walthert AG, Zürich, genehmigt. In der Studie ist festgehalten, dass als Wärmequelle beim Schulhaus Heiget eine zweite Heizzentrale aufgebaut wird, welche das Dorf von Norden her erschliesst. Als Energieträger sind hier weitgehend CO2-neutrale Holzschnitzel vorgesehen. Diese Zentrale soll schrittweise und modular erweitert werden, damit keine ineffizienten Überkapazitäten bei den Holzschnitzelbrennern aufgebaut werden. Die neue Heizzentrale beim Schulhaus soll mit den Erneuerungsarbeiten auf dem Areal koordiniert werden. Insbesondere ist genügend Platz für den Ausbau der Zentrale und der Schnitzelsilos in Funktion der Erweiterung des Wärmeverbundes vorzusehen. Mit einer zweiten Generation von Brennern, welche bis dahin Marktreife haben werden, muss der Einsatz eines Holz-BHKW (Blockheizkraftwerk) Thema sein. Für die Realisierung dieses Ziels hat der Gemeinderat eine Submission für ein Contracting durchgeführt und im Jahr 2016 den Auftrag an die Renercon Betriebs AG, Knonau, vergeben. In der Zwischenzeit zeigte sich, dass die in der Studie erhofften privaten Hauseigentümer aus verschiedenen Gründen nicht in der erforderlichen Zeit anschliessen wollen. Damit entfällt eine wesentliche Grundlage für den geplanten Nahwärmeverbund. Zudem hat sich im Rahmen des Planerwahlverfahrens für die neue Mehrzweckhalle Heiget gezeigt, dass es sinnvoller ist, die neue Heizanlage der Schulanlage Heiget erst im Rahmen des Neubaus der Mehrzweckhalle Heiget zu planen. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Gemeinde keine eigenen Investitionen in einen Nahwärmeverbund tätigen will und kann. Dem Contractor Renercon ist es wegen des veränderten Marktumfeldes nicht gelungen, genügend private Interessenten für einen Anschluss zu gewinnen. Aus diesen Gründen wird das geplante Projekt für einen Nahwärmeverbund Heiget abgebrochen. 


Baubewilligung

Der Gemeinderat erteilte folgende baurechtliche Bewilligungen unter Bedingungen und Auf­lagen an:
  • Luppmen Immo AG, Luppmenstrasse 11, 8320 Fehraltorf; Aufstockung Gewerbehalle, Vers.-Nr. 314, Luppmenstrasse 11.
  • Politische Gemeinde Fehraltorf, Kempttalstrasse 54, 8320 Fehraltorf; Rückbau Schützenhaus und Kugelfang, Gebäude Vers.-Nrn. 284 und 285, Erweiterung Parkplatz Pistolenstand und Rückbau Asphaltbelag bei der Strasse Alter Zürichweg.

Zudem hat der Gemeinderat …

  • vom Revisionsbericht über den Sachbereich "Löhne" durch die Firma Revipro, Thalwil, Kenntnis genommen. Der Bericht zeigt, dass dieser Bereich in einer einwandfreien Qualität durch die Finanzverwaltung geführt wird.
  • die Zweckverbandsstatuten des Schulpsychologischen Dienstes des Bezirks Pfäffikon zuhanden der nächsten Gemeindeversammlung verabschiedet.
  • einen Kredit im Betrag von CHF 26'000.00, inkl. MwSt., für die Erarbeitung einer Photovoltaik-Strategie für das EW Fehraltorf bewilligt.
  • die Abrechnung über die Erarbeitung des Generellen Entwässerungsplans GEP im Betrag von CHF 126'284.62, exkl. MwSt., genehmigt (Kredit CHF 115'000.00, exkl. MwSt.) und den Nachtragskredit im Betrag von CHF 11'284.62 bewilligt.
  • die Abrechnung über die Kontrolle und den Unterhalt von privaten Schmutzwasser-leitungen im Jahr 2015 im Betrag von CHF 93'024.87, inkl. MwSt., genehmigt (Kredit CHF 99'000.00, inkl. MwSt.).
  • den Bereichsleiter Infrastruktur, Michael Rüegg, zum Sicherheitsbeauftragten SIBE der Gemeindeverwaltung und der Werkbetriebe ernannt.
  • von der Anstellung von Yves Zwahlen, wohnhaft in Buchs ZH, als Mitarbeiter Einwohnerkontrolle per 1. Oktober 2017 Kenntnis genommen.
  • mit Freude davon Kenntnis genommen, dass Liegenschaftenchef Andreas Künzle das eidg. Diplom als Leiter in Facility Management erlangt hat.
  • von der Geschwindigkeitskontrolle der Kantonspolizei vom 23. August 2017, 16.38 bis 18.31 Uhr, an der Kempttalstrasse, Höhe Stadacher, Kenntnis genommen (signalisierte Höchstge­schwin­digkeit: 50 km/h; Anzahl Fahrzeuge: 1'101; Anzahl Übertretungen: 23, gemessene Höchstgeschwindigkeit: 66 km/h!).