Ansprache zum Neujahrsempfang


Liebe Fehraltorferinnen
Liebe Fehraltorfer
 

Es freut mich sehr, dass ich wieder zusammen mit dem Gemeinderat Ihr Gast-geber an unserem traditionellen Neujahrsempfang da in der Mehrzweckhalle Heiget sein darf. Wiederum haben wir Ihnen den schon zur Tradition gewordenen Brunch offerieren dürfen. Für mich ist es ein ganz spezieller Moment, denn nach 14 Jahren als Ihr Gemeindepräsident halte ich diese Rede zum letzten Mal.
 
In meiner letzten Neujahrsansprache bin ich auf die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA eingegangen. Wir alle sind gespannt gewesen, was sich ändert, was Neues kommt. Wirklich bemerkt haben wir von seinen vielen angekündigten Veränderungen noch nicht viel. Doch, vielleicht gibt es ja wieder etwas Neues, (Handy nehmen)J  en chline Momänt, ich lueg grad gschwind uf Twitter na… Hi Presi – Happy New Year and Fehraltorf first – I love Fehraltorf, Donald – echt oder doch fake news?
 

  • Beginne nicht mit einem grossen Vorsatz, sondern mit einer kleinen Tat.

Dieses Zitat aus Deutschland trifft es auf den Punkt. Viele von uns fassen am Anfang eines neuen Jahres verschiedene Vorsätze. Die einen wollen abnehmen, die anderen mehr Sport treiben und andere sich mehr Zeit für die Familie nehmen. Alles schöne Vorsätze. Doch setzt man diese auch in die Tat um? Oft kommt spätestens Mitte Jahr das schlechte Gewissen, weil die Waage immer noch die gleiche Zahl wie am Anfang des Jahres anzeigt, das Abo im Fitnessclub immer noch nicht bestellt ist und die Anzahl Termine im Geschäft immer noch unverändert hoch sind. Da ist es viel wirkungsvoller, mit einem Spaziergang um den Pfäffikersee oder einem Kinobesuch mit der ganzen Familie Geplantes in die Tat umzusetzen. Das bereitet Freude und gibt ein gutes Gefühl.
 
Die Parteienkonferenz hat Werbung für unsere Behördenämter gemacht. Ohne eine aktive Mitbeteiligung in unserem Milizsystem geht es nicht. Die Werbung hat ihre Wirkung nicht verfehlt, das freut mich sehr. Wir haben im Frühling sogar Kampfwahlen und Sie haben eine Auswahl! – Ich bin gespannt.
 
Ich bin in meiner letztjährigen Ansprache auch auf die Steuerausfälle wegen der geplanten Unternehmenssteuerreform III eingegangen. Das Stimmvolk hat die Vorlage versenkt – Fehraltorf mit einem Nein-Stimmenanteil von über 61 %. Die Stimmberechtigten sind der Meinung gewesen, dass die "Gewinne" sehr einseitig verteilt worden wären und der Mittelstand die Zeche hätte zahlen müssen. Jetzt ist eine neue Vorlage in Erarbeitung – sie heisst SV17. Die Eckwerte der geplanten Reform stimmen für mich, und dem Ausgang der nächsten Abstimmung sehe ich zuversichtlich entgegen.

 
Die Schweiz – ein ruhender Pol?
 
2017 ist ohne Zweifel ein bewegtes Jahr gewesen. Wir haben uns an einen amerikanischen Präsidenten gewöhnen müssen, der einen ungewöhnlichen Stil pflegt und manchmal überraschende Prioritäten setzt. Die Spannungen zwischen Nordkorea und den USA haben immer wieder neue Höhepunkte erreicht. Sie sind durch bedrohliche Raketentests auf der einen und kriegerische Worte auf der anderen Seite befeuert worden. Über das Mittelmeer sind zwar etwas weniger Flüchtlinge als im vorangegangenen Jahr gekommen – aber es sind immer noch sehr viele – und zu viele bezahlen die Hoffnung auf eine bessere Zukunft mit ihrem Leben. Der Islamische Staat ist zwar weitgehend besiegt – aber noch ver-üben islamistische Täter und andere Terroristen schlimme Attentate. Ich könnte die Liste noch lange fortsetzen.
 
Und die Schweiz? Die Nationalversammlung hat einen neuen Bundesrat gewählt. Die Sicherung, der Altersvorsorge hat für heftige Debatten gesorgt, und auch die erleichterte Einbürgerung von Ausländern der 3. Generation hat zu kontroversen Debatten geführt. Zudem beschäftigten auch uns die Flüchtlingsfrage, das Verhältnis zu Europa, der starke Schweizer Franken auf nationaler Ebene noch immer – diese und weitere Themen werden uns sicher auch dieses Jahr beschäftigen. Aber eigentlich sind es kleine Wogen, die uns in der Schweiz bewegen – auf jeden Fall mit Blick auf das nähere und weitere Ausland. Wohl darum hat der Bundesrat, wo es um die Anerkennung der Schweizer Börse durch die EU gegangen ist, ein solches Kommunikationschaos losgetreten – sie wollen keine Wogen, sie wollen Wellenreiten.
 
Haben wir einfach Glück, dass wir bislang von Katastrophen und grösseren Turbulenzen verschont worden sind? Glück spielt sicher mit. Auch uns kann ein terroristischer Anschlag unverhofft treffen. Dagegen ist trotz aller Vorsichtsmassnahmen niemand gefeit. Aber das Glück genügt als Begründung nicht. Ich glaube, dass verschiedene weitere Faktoren dazu beitragen, dass wir als ruhender Pol erscheinen.
 
Die Schweiz ist ein kleines Land und nicht Teil der globalen Machtkämpfe. Wir befinden uns zwar im Herzen von Europa, sind aber nicht Mitglied der Europäischen Union. Wir sind solidarisch mit unseren europäischen Nachbarn und leisten gerne einen Beitrag, europäische und globale Probleme zu lösen. Aber wir sind keinem Machtblock verpflichtet. Das führt dazu, dass wir eher im Windschatten der grossen Auseinandersetzungen stehen. Wir helfen mit, Probleme zu lösen, sind aber nicht Teil vom Problem. Diese Windschattenposition begleitet uns übrigens seit dem Entstehen der Alten Eidgenossenschaft: Damals haben österreichische und italienische Fürstenhäuser um die Vormacht in Europa kämpft. Um ihre eidgenössischen Besitztümer haben sich die Fürstenhäuser damals nicht mehr kümmern können – was die Entwicklung von Eigenständigkeit in der nachmaligen Alten Eidgenossenschaft stark begünstigt hat. Immer wieder hat sich gezeigt, dass unsere bescheidene Grösse und die Neutralität für uns von grossem Wert sind. Ich erinnere an die Situation im Zweiten Weltkrieg, wo uns Nazi-Deutschland zuerst nicht angreifen wollte und es später wohl nicht mehr konnte. Wir sind im Windschatten der weltpolitischen Ereignisse gestanden.
 
Weitere Faktoren sind meines Erachtens die direkte Demokratie, der ausgeprägte Föderalismus und die Subsidiarität bei der Wahrnehmung von Aufgaben. In der Schweiz treffen unterschiedliche Ansichten nicht weniger hart aufeinander als im Ausland. Es herrscht keine Einigkeit darüber, wie die Flüchtlingspolitik, die Altersvorsorge oder das Gesundheitswesen auszugestalten seien. Aber die direkte Demokratie zwingt uns zum Gespräch. Das führt zu Lösungen, die von einer Mehrheit mitgetragen und von einer Minderheit akzeptiert werden. Es gibt keine Partei, die vier Jahre lange den Ton und die Marschrichtung bestimmen kann. Jede Partei ist darauf angewiesen, im Gespräch mit der Bevölkerung und dem politischen Gegner mehrheitsfähige Lösungen zu erarbeiten. So kann sich weniger Unmut aufstauen. Der ausgeprägte Föderalismus wiederum führt dazu, dass nicht überall Einheitslösungen zu gelten haben. Wir haben im Kanton Zürich beispielsweise strengere Vorschriften in der Raumplanung als sie andere Kantone kennen – weil bei uns der Siedlungsdruck viel stärker ist. Der Föderalismus schafft die Voraussetzungen für Individualität in einem definierten Rahmen. Schliesslich – und dies meine ich mit der Subsidiarität – haben wir auch auf Gemeindeebene im Vergleich mit Gemeinden im umliegenden Ausland sehr viel zu sagen und zu entscheiden. Wir können vor Ort einen spürbaren Beitrag leisten, dass sich die Fehraltorfer wohl fühlen, und sind nicht für alles und jedes auf Beiträge aus Bern angewiesen. Die direkte Demokratie, der Föderalismus und das Subsidiaritätsprinzip helfen mit, Wogen zu glätten. Sie tragen dazu bei, dass die Schweiz als ruhender Pol wahrgenommen wird.
 
Alle diese Faktoren haben auch Nachteile: Die Überblickbarkeit unseres Territoriums und die neutrale Positionierung führen dazu, dass wir kein wirklicher Machtfaktor in Europa und der Welt sind. Eine Bundesratswahl wird nicht mal im benachbarten Ausland beachtet, während wir die amerikanischen, französischen oder deutschen Wahlen live übertragen. Dem schweizerischen Selbstwertgefühl ist das nicht immer zuträglich. Die direkte Demokratie, der Föderalismus und das Subsidiaritätsprinzip vermitteln das Bild einer eher trägen Politik. Die Arena im Schweizer Fernsehen muss die Themen, über die heftig gestritten werden soll, manchmal richtig zusammensuchen. Alles braucht bei uns seine Zeit, manchmal viel Zeit. Schweizerische Gemütlichkeit ist der eine Begriff dafür, Trägheit ein anderer.
 
Aber unter dem Strich glaube ich, dass diese Werte unserer Schweiz sehr gut anstehen. Sie definieren den Raum und die Rahmenbedingungen, innerhalb deren wir unseren Beitrag zur Lösung der globalen Probleme beitragen können – und sie geben die Sicherheit, dass unsere Beiträge von einer Mehrheit der Bevölkerung getragen werden.
 
Ich bin gerne in einem Land daheim, das sich als ruhender Pol versteht und diese Rolle gekonnt ausfüllt.
 
In unserer Gemeinde hat es im vergangenen Jahr vier Gemeindeversammlungen und zwei Urnenabstimmungen gegeben. Wichtige Geschäfte sind aus meiner Sicht gewesen:
 

  • Am 6. März haben Sie die Initiative für den Wiederaufbau des Schützenhauses und der Schützenstube abgelehnt. Die Fehraltorfer können aber weiterhin ihrem Hobby nachgehen oder das Obligatorische schiessen. Wir haben mit Pfäffikon einen guten Vertrag gemacht.
  • Am 12. Juni ist die Jahresrechnung 2016 genehmigt worden.
  • Der öffentliche Gestaltungsplan Dorfkern hat die Unterstützung an der Gemeindeversammlung vom 4. September bekommen. Das schafft die Grund-lage für den Bau der Alterswohnungen an der Hintergasse.
  • Die neue Gemeindeordnung hat an der Urnenabstimmung vom 24. September eine hohe Akzeptanz gefunden. Sie haben mit über 82 % der Vorlage zugestimmt.
  • Mit fast 90% Ja-Stimmenanteil haben Sie an der Urnenabstimmung vom 26. November dem Kredit von CHF 36 Mio. für die Erweiterung der Biologie und den Neubau der Stufe zur Elimination von Mikroverunreinigungen für die ARA Fehraltorf-Russikon zugestimmt.
  • Am 4. Dezember – der Steuerfuss bleibt bei 107 % – wird das Budget 2018 genehmigt. Wir bleiben ein verlässlicher Partner auch für unsere Industrie- und Gewerbebetriebe.
Wiederum sind Sie allen Anträgen des Gemeinderates, teils sehr deutlich, gefolgt. Das ist nicht selbstverständlich, wenn man die Versammlungsberichte aus anderen Gemeinden liest. Auch im Namen der Schulpräsidentin und meiner Gemeinderatskollegen danke ich Ihnen sehr für Ihr Vertrauen.
 
Auch im vergangenen Jahr haben die Lernenden der Gemeindeverwaltung wieder für den Babysitterdienst und den Apéro nach den Gemeindeversammlungen gesorgt. Leider haben diese Angebote nicht eine volle Halle gebracht, trotzdem wird dieses Angebot sehr geschätzt und hoffentlich auch von meinem Nachfolger weitergeführt.
 
Leider bleiben wir auch in Fehraltorf von tragischen Unglücksfällen nicht verschont. Im Mai haben sich vier Schulkinder wegen einer Sprengstoffexplosion teils sehr schwere Verletzungen zugezogen. Neben der Tragik dieses Ereignisses hat mich vor allem der Medienhype, auch in den sozialen Medien, sehr nachdenklich gestimmt. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass so viel Schrott und unüberlegte Mitteilungen geschrieben und vermittelt werden können.
 
Bewegt ist es aber im letzten Jahr auch an unserer Schule gewesen. Nichts liegt einem so nah wie das Wohl des eigenen Kindes. Eine gute Schule ist für jede Gemeinde sehr wichtig. Es gibt jedoch in jeder Situation verschiedene Betrachtungsweisen. Die Schulpflege muss das Wohl der Gemeinde und die gesetzlichen Vorgaben im Auge behalten und kann nicht in jedem Fall die Einzelanliegen berücksichtigen. Ich hoffe, dass die Schule in diesem Jahr wieder zur Ruhe kommen wird.

Ich erlaube mir einen Rückblick auf meine Amtszeit
 
Mitte 2004 habe ich mein Amt als Gemeindepräsident antreten dürfen. Und ich habe schon rasch eines festgestellt: Das Amt als Gemeindepräsident ist wirklich das schönste Amt, das man in der Schweiz auf politischer Ebene ausüben darf. Man ist nah bei den Bürgern und kann vieles bewegen. Folgendes nehme ich ganz speziell in meinen nächsten Lebensabschnitt mit:
 
Ab der Amtsdauer 2006/2010 ist Fehraltorf Einheitsgemeinde geworden. Viele Gemeinden im Kanton Zürich haben diese effiziente Form noch nicht gefunden. Für uns wäre dieses Modell nicht mehr wegzudenken.
 
Das Gemeindehaus ist mit einer Liftanlage ergänzt und renoviert worden. Es ist immer noch das schönste Gemeindehaus im Kanton Zürich.
 
2009 ist für die Gemeinde ein Rekordjahr gewesen: Sowohl prozentual als auch absolut haben wir den grössten Bevölkerungszuwachs im Kanton Zürich verzeichnet. Parallel zu einer ausgedehnten Wohnbautätigkeit haben sich in den letzten Jahren eine dynamische Industrie und ein florierendes Gewerbe entwickelt. Die Einwohnerzahl ist von knapp 5'000 auf heute über 6'500 gestiegen. Zudem haben wir auch über 4'000 Arbeitsplätze in der Gemeinde, und über 120 Lernende werden in unserem Dorf ausgebildet.
 
Die beiden Kreisel an der Kempttalstrasse haben dem Strassenbild ein neues Gesicht gegeben. Unvergesslich auch die Zeit der Strassensperrung der Kempttalstrasse beim Bau des Kreisels an der Russikerstrasse. Es ist ruhig gewesen im Dorf, und wir haben erahnen können, wie es heute wäre, hätten die Fehraltorfer in den 70er-Jahren die Umfahrung nicht abgelehnt.
 
Das Stimmvolk ist im Jahr 2010 in grosser Zahl, fast 1'000, in die Barmatt marschiert. Das Vorhaben, die Kempttalstrasse nach der Sanierung entschleunigend zu gestalten, ist sehr deutlich abgelehnt worden. Diesen Entscheid haben wir respektieren müssen.
 
Die Offenlegung des Lächbachs und des Wildbachs hat viel zum schönen Ortsbild und zum Landschaftsschutz beigetragen.
 
Auf die Gründung der Interkommunalen Anstalt GerAtrium Pfäffikon bin ich sehr stolz. Ist sie doch eine der ersten Organisationen dieser Art gewesen. Und was aus dem ehemaligen Spital Pfäffikon geworden ist, lässt sich sehen: ein gut funktionierendes Pflegeheim. Auch der Erweiterungsbau im bestehenden Haus "Chriesibaum" kommt gut voran.
 
Diverse Quartiere sind verkehrsberuhigt und die Schulwege sind sicherer gestaltet worden.
 
Die Erweiterung der Bibliothek macht mir auch heute immer noch Freude, und mittlerweile ist da auch die Schulbibliothek angesiedelt.
 
Der Ersatzneubau am Hechtplatz, unser Kompetenzzentrum für Gesundheit, Sicherheit und Prävention, ist aus dem Bild vom Hechtplatz nicht mehr wegzudenken.
 
Der Kredit für die Alterswohnungen ist gesprochen. Nach dem Winter und nach der Genehmigung des Gestaltungsplans durch den Kanton geht es los.
 
Und ganz zum Schluss: Sie haben die Gemeindeordnung angenommen und der Gemeinderat hat in seinem Organisationsreglement die Grundlage dafür geschaffen, dass auch Berufstätige in Fehraltorf ein Behördenamt übernehmen können. Die Parteienkonferenz hat mit ihrer Kampagne "Demokratie, mit dir am Drücker" viel bewegt. Sie haben jetzt bei den kommenden Behördenwahlen die Auswahl. Sie können bestimmen, wer am besten für Fehraltorf geeignet ist, und müssen nicht die Kandidaten nehmen, die sich überhaupt bewerben. Sie können alle politischen Kräfte an der Regierungsarbeit teilhaben lassen.
 
Gemäss dem Sorgenbarometer der Credit Suisse CS sehen 44 Prozent in der Altersvorsorge das grösste Problem der Schweiz. Damit ist die Arbeitslosigkeit als Top-Sorge abgelöst. Seit 2003 ist das Thema einsamer Spitzenreiter gewesen.

Das Nein zur AHV-Rentenreform 2020 – die Abstimmung hat nach der Erhebung für das Sorgenbarometer stattgefunden – dürfte kaum zur Beruhigung beitragen.

Politik und Verwaltung geraten in solchen Stimmungslagen stark unter Druck, für die Gesellschaft tragfähige Kompromisslösungen zu erarbeiten. Das stellt das Sorgenbarometer auch fest.

In einem Punkt ist die Schweizer Bevölkerung nicht zu toppen, nämlich beim Vertrauen in die Institutionen. Es sei so gross wie kaum anderswo, schreibt die CS. So vertrauen beispielsweise 60 Prozent dem Bundesrat. In OECD-Ländern liegt das Vertrauen in die Regierung bei durchschnittlich 42 Prozent.

Schweizerinnen und Schweizer sind aber auch ein stolzes Volk, wie die Befragung weiter zeigt. 90 Prozent von ihnen sind stolz oder sehr stolz auf ihr Land. 2004 sind es erst 73 Prozent und 2010 noch 82 Prozent gewesen. Die vorwärtsgewandte Identität findet eine breite Basis, schreibt die CS. So gibt es beim Nationalstolz praktisch keine Unterschiede zwischen Rechts und Links. 

Mit den Behördenwahlen ändert sich viel. Neue Personen kommen ans Ruder. Ich weiss, man schätzt es nicht, wenn abtretende Gemeindepräsidenten den Neuen Ratschläge mit auf den Weg geben. Darum gebe ich den Neuen meine Hoffnung mit auf den Weg: meine Hoffnung, dass die gelebte Fehraltorfer Kultur bestehen bleibt. Die Kultur, wo Alt und Jung hilft. Die Kultur, wo die Stärkeren den Schwachen helfen. Die Kultur, bei der die Vereine ihren hohen Stellenwert behalten. Die Vereine leisten einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft und für unser Dorf. Das Stichwort Integration ist nur eines von vielen. Die Kultur aber auch, die den Werterhalt unserer schönen Infrastuktur sichert, damit die Fehraltorfer Nutzerinnen und Nutzer weiterhin moderne Anlagen zur Verfügung haben. Dazu zählt auch die geplante neue Doppelturnhalle mit Lehrschwimmbecken und anschliessend, so hoffe ich doch, das Projekt für neue Fussballplätze mit einem Kunstrasenfeld.
 
Ganz kurz einen Ausblick aufs neue Jahr
 
2018 wird das Jahr mit viel Neuem. Seit dem 1. Januar gilt das neue Gemeindegesetz und auch die neue Gemeindeordnung ist ab diesem Datum in Kraft getreten. Damit verbunden ist die neue Behörden- und Verwaltungsorganisation, welche ab 1. Juli gelten wird. Es gibt dann noch 6 Verwaltungsabteilungen unter der Führung der zuständigen Ressortvorstände.
 
Zudem, und das wiederhole ich gerne nochmal, geht ein langersehnter Wunsch unserer älteren Bevölkerung in Erfüllung: Anfang Jahr werden wir mit dem Bau der Alterswohnungen an der Hintergasse anfangen.

Im März stimmen wir über die Billag-Vorlage ab. Es ist sehr verlockend, in Zukunft keine Gebühren mehr zahlen zu müssen. Schliesslich schaut man ja auf SRF höchstens die Tagesschau und ab und zu Sport. Am Anfang habe ich diese Idee sogar sympathisch gefunden. Je mehr ich mich damit auseinandergesetzt habe, desto grösser sind meine Bedenken geworden. Wollen wir, dass bald die Milliardäre in unserem Land die Lufthoheit über die Medien haben? Wollen wir unser bewährtes Rezept Schweiz verändern? Das Rezept besteht darin, dass wir zu unseren vier Landessprachen und unserer kulturellen Vielfalt stehen. Darin auch, dass wir die Minderheiten zu Wort kommen lassen. Heute steht mein persönlicher Entscheid fest. Ich zahle lieber auch künftig Gebühren und sichere damit eine ausgewogene Berichterstattung und nebenbei auch meine Lieblingssportsendungen. Billag gibt es in Zukunft sowieso nicht mehr, denn die Billag hat bekanntlich den Auftrag für die Gebührenerhebung verloren, eine Firma aus Fehraltorf hat bei der Ausschreibung das Rennen gemacht.
 
Am 4. März finden die Behördenwahlen statt. Nur wer wählen geht, bestimmt. Ab Mitte Jahr ist eine neue Crew am Ruder, welche die neue Legislaturplanung angehen wird.
 
Mein Dank gilt der Musikgesellschaft Fehraltorf mit ihrem Dirigenten Raphael Honegger, die wie immer den Neujahrsempfang am Anfang musikalisch umrahmt haben. Weiter danke ich dem Verkehrs- und Verschönerungs­verein und dem Frauenturnverein sowie allen weiteren Betei­ligten, die zum guten Gelingen dieses Anlasses beigetragen haben.
 
Einen weiteren Dank richte ich an all die, welche im vergangenen Jahr zum Ge­meinwohl unserer Gemeinde beigetragen haben.
 
Wir freuen uns auf den zweiten Teil mit der Band Céol, die uns schon im ersten Teil mit ihrer irischen Musik unterhalten hat.
 
Gerne wiederhole ich das anfängliche Zitat aus Deutschland nochmals:
 
  • Beginne nicht mit einem grossen Vorsatz, sondern mit einer kleinen Tat.

Also schreiten wir zur Tat. Machen wir das Beste aus dem Jahr 2018!
 
Wilfried Ott, Gemeindepräsident