Interview mit der Schulpräsidentin

Am 5. Juni 2016 stimmt die Fehraltorfer Bevölkerung über den Bau eines Schulhausmodulbaus ab. Schulpräsidentin Beatrice Maier sagt im Interview mit dem "Fehraltörfler" (Ausgabe April 2016), wieso dieser Bau für die Schule so wichtig und dringend notwendig ist.

 
"Fehraltörfler": Beatrice Maier, weshalb benötigt die Schule Fehraltorf zusätzliche Schulräume?
Beatrice Maier: „Kurz und bündig zusammengefasst: Das letzte mögliche freie Klassenzimmer auf
der Schulanlage ist vergeben. Die Schulanlage Heiget ist ab diesem Sommer zu 100 % ausgelastet.
In den letzten 10 Jahren stiegen die Schülerzahlen um 27,9 %. Hinzu kamen Vorgaben der kantonalen Bildungspolitik. So müssen wir beispielsweise Gruppenräume bereitstellen und Räume, für integrative Förderung und manches mehr. Schliesslich müssen kurz- mittel- und langfristig verschiedene Gebäude erneuert und saniert werden. Da brauchen wir Ausweichflächen. Aus all diesen Gründen benötigen wir die zusätzlichen Schulräume dringend."

"Fehraltörfler": Könnte nicht einfach etwas näher zusammengerückt werden?
BM: „In den letzten Jahren ist die Schule stets näher zusammengerückt. Wir haben aber jetzt wirklich die letzte Platzreserve ausgeschöpft. Auf das Schuljahr 2016/17 werden wir den allerletzten Raum für einen achten Kindergarten einrichten. Auf das Schuljahr 2017/18 kommen wir ohne zusätzliche Räume nicht mehr aus. Abstriche an der pädagogischen und organisatorischen Qualität unserer Schule kommen für uns nicht in Frage."
 
"Fehraltörfler": Geplant ist ein Schulhausmodulbau. Was überzeugt Sie daran besonders?
BM: „Der Schulhausmodulbau ist DIE perfekte Lösung für die komplexen Bedürfnisse unserer Schule. Er schafft kurzfristig qualitativ hochwertigen Schulraum und bietet den Schülern und Lehrpersonen gute Lern- und Lehrmöglichkeiten. Zudem schenkt er uns die nötige Flexibilität, um auf Entwicklungen schnell und beweglich reagieren zu können. Und weil die Räume multifunktional nutzbar sind, können sie für den Kindergarten, die Primar- und Sekundarstufe genauso eingesetzt werden, wie als Handarbeits- oder Musikzimmer oder als Gruppenraum."
 
"Fehraltörfler": Früher wurde bei ähnlichen Bauten von einem „Schulraumprovisorium“ gesprochen. Ist der angedachte Bau denn mehr als ein Provisorium?
BM: „Ja, eindeutig. Er verfügt über eine hohe bauliche Qualität. Er erfüllt sowohl die baulichen Anforderungen, die die Gemeinde an Neubauten stellt – beispielsweise in energetischer Hinsicht – wie auch diejenigen der Schule für guten Schulunterricht. Der Schulhausmodulbau wird also ein vollwertiger Teil unserer Schulanlage. Der Vorteil ist aber, dass er später einmal auch für andere Zwecke der Gemeinde eingesetzt oder aber verkauft werden kann. Dies wäre der Fall, wenn die Entwicklung der Schülerzahlen sich anders zeigt, als wir es heute annehmen, und wir die Schulräume nicht mehr benötigen."
 
"Fehraltörfler": Der Bau des Schulhausmodulbaus bildet die erste Etappe verschiedener Investitionsvorhaben. Was kommt als nächstes auf die Gemeinde zu?
BM: „Die Mehrzweckhalle Heiget und das Schwimmbad sind in einem sehr schlechten baulichen Zustand. Eine im Jahr 2014 durchgeführte Bevölkerungsumfrage sowie ein Workshop im Jahr 2015 mit Vertretern der Bevölkerung haben aber gezeigt, dass das Schwimmbad einem echten Bedürfnis entspricht. Es wird sehr intensiv genutzt und sehr geschätzt. Analysen der Gemeindebehörden und die Ergebnisse des erwähnten Workshops führten zur Erkenntnis, dass sich ein Ersatzneubau anstelle einer umfassenden Sanierung aufdrängt. Derzeit arbeitet die Abteilung Liegenschaften an einem Nutzungskonzept."
 
"Fehraltörfler": Wurden die Schulpflege und der Gemeinderat von den Investitionsvorhaben überrascht?
BM: „Nein, wir haben schon früh gesehen, was auf uns zukommt. Der Erweiterungs- und Sanierungsbedarf beschäftigt uns seit dem Jahr 2009 regelmässig. Deshalb haben wir die Vision 2044 entwickelt. In der Vision 2044 haben wir den gesamten Erneuerungsbedarf aufgrund verschiedenster Faktoren analysiert und festgehalten, wie sich unsere Schule in 30 Jahren präsentieren könnte. Da sich aber nie alle Erwartungen einstellen, werden wir die Analyse zum Erweiterungs- und Sanierungsbedarf unserer Schule 2019 wiederholen und dann noch konkreter wissen, was mittelfristig auf uns zukommt. Das Wichtigste: Unsere Vision lässt auch der nachfolgenden Generation sämtliche Optionen offen, zu jedem Zeitpunkt, situativ und flexibel, auf schulische oder gesellschaftliche Veränderungen reagieren zu können."


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