Die Burg Altorff – ein Relikt aus dem Mittelalter

"Das Dorf Altorff hat auch einen lustigen Burgstall in der Ebene gehebt mit zweyen Wassergräben umbzogen. Die Gräben sind noch offen aber die alt Burg ist auf den Grund zerstört und bei unsern Tagen ein Bauernhaus auf dem Bühel gebauwen."
So schrieb in seiner Schweizer Chronik von 1548 Johannes Stumpf.


Im Kanton Zürich gibt es noch zahlreiche derartige Burghügel, die vielfach nur unter dem Flurnamen "Burstel" (Burgstall, Burgstelle) bekannt sind. Die meisten dieser Anlagen sind ohne Geschichte, die übrigen werden fast durchwegs erst im 11./12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Sehr oft liegen diese Burgruinen auf vorspringenden Hügelkuppen. Nur drei der Burghügel standen in der Ebene: Rüti bei Fehraltorf, der Schlossbuck bei Henggart und Alt-Rohr bei Kloten, der 1971 dem Ausbau des Flughafens weichen musste. Die ersten beiden sind interessante Anlagen, da sie von ovalen Ringwällen umzogen sind; wissenschaftlich sind sie noch nicht untersucht. Der Hügel Rüti besitzt immer noch ein gut sichtbares, ovales Doppelwallsystem.

Burghügel
 

Heute bezeichnet man einen solchen künstlich aufgeworfenen Hügel aus dem Frühmittelalter als "Motte". Darauf stand vermutlich die Holzburg eines niedrigen Adeligen, zugleich diente sie der Bevölkerung als Fluchtort, fand man doch bei den Grabungen des Fehraltorfer Pfarrers Rudolf Lindenmann im letzten Jahrhundert innerhalb des innersten Walles Phosphatspuren, die darauf schliessen lassen, dass man bei der Flucht auch die Kühe mitgenommen hatte.